Klaus Kinski – Jesus Christus Erlöser

Eine Filmdokumantation einer Rezitation eines Textes von und mit Klaus Kinski

Am 20. November 1971 möchte Klaus Kinski die „erregendste Geschichte der Menschheit“ erzählen – das Leben von Jesus Christus. Doch er kommt nicht dazu. Das Bühnenprogramm des skandalumwitterten Schauspielers wird durch Zwischenrufe unterbrochen –von einem Publikum, das sich keine Predigt anhören, sondern diskutieren will.

Unter improvisierten „Halt’s Maul“-Befehlen, „Wehe euch…“- Androhungen mit ausgestrecktem Finger,

Appellen an die Störenfriede, den Interessierten nicht den Abend kaputt zu machen, versucht Kinski, seinen Text zu sprechen, „30 Schreibmaschinen- Seiten“, von mal zu mal emotionaler, aufgewühlter und unter immer größerer Anspannung.

JESUS CHRISTUS ERLÖSER von Peter Geyer zeigt einen tumultartigen Abend gegenseitiger Beschimpfungen, das Ringen eines Schauspielers um seinen Text, ein Theater- Happening in einer autoritätskritischen Zeit und das grandiose Scheitern einer literarischen Weltverbesserungsmaßnahme.

Der Film zeigt alle Schwierigkeiten einer Performance. Das Auftreten vor großen Publikum, das Bestehen vor dem Publikum und der Vermittlung dessen, was man hier macht. Der starke persönliche Bezug zum Text und seine leichte Reizbarkeit bringen Klaus Kinski hier wieder einen Schritt näher zum Psychopathen. Er durchlebt hier einen Leidensweg den er nur zu gern beschreitet, somit einen Bezug zu Jesus Christus herstellt (und dieser Bezug wird auch gleich missverstanden.)

Das Diskussionsverhalten der 68er Generation stellt sich auch heutiger Sicht fatal dar. Sofortige Wortmeldung ohne Reflektion oder Grundwissen. Das Stören während eines Vortrages ohne jemanden zu Ende reden zu lassen wirkt rund 35 Jahre später sehr archaisch.

Es zeigt aber auch, daß man mit einen solchem Thema (Religion) zu jener Zeit noch Leute erreichen konnte. Ein Unterfangen, das sich heutzutage schon sehr viel schwieriger darstellt weil man alles nicht mehr so persönlich nimmt und sehr schnell von sich weist. Hier wäre das Thema Religion (oder „Nicht-Religion), gerade in Zeiten der „Not“ als Antwort auf das Schwinden von Vertrauen in Geld sicher wieder ein Ansatz um einen Zugang zum Publikum zu legen.

http://de.wikipedia.org/wiki/Klaus_Kinski

http://www.kinski.de/

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