MEIN NEUER KÖRPER

Thema der Woche in „DIE FURCHE“ 36/2009


Warum so viele Menschen mit ihrem Körper unzufrieden sind und vieles tun, um besser auszusehen. Experten disku*tieren über den Körperkult zwischen Unterwerfung und Selbstbemächtigung.

I Nur Note 3,2 für den Körper

Von Regine Bogensberger
Wer kennt ihn nicht den Blick auf die anderen und in den Spiegel. Ganz nebenbei und unbewusst nehmen wir wahr, was gerade „in“ ist. Ob Mode, Schminktrends oder Augenbrauen-Zupfen. Man meint zwar, diesen Bildern und Normen widerstehen zu können, doch latent sitzt in einem die Unzufriedenheit über diesen und jenen Teil des Körpers.
Im Zentrum von Untersuchungen zu Unzufriedenheit mit dem Körper stehen meistens Aussagen zu Gewicht, Figur und Einstellungen zu Schönheitsoperationen. Diverse Umfragen machen deutlich: Die Unzufriedenheit mit dem Gewicht ist relativ groß. Vor allem bei Jugendlichen wurde aufgezeigt, dass der Körper kritisch beäugt wird. So wurde etwa im Rahmen der Studie „Jugendsexualität 2005“ von der deutschen Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung die Einstellung zum Körper bei 14- bis 17-Jährigen erhoben. Die Ergebnisse: 46 Prozent der Mädchen und 62 Prozent der Burschen fühlen sich im Körper wohl. Ein Viertel der Mädchen, doppelt so viele wie bei den Burschen, fühlen sich aber zu dick. Drei von vier Mädchen und mehr als die Hälfte der Buben stylen sich gerne. Schönheitsoperationen stehen die befragten Teenager aber eher negativ gegenüber. Nur sieben Prozent stimmen der Aussage „Wenn ich die Möglichkeit hätte, würde ich eine Schönheitsoperation machen lassen“, vollständig zu, weitere zehn Prozent stimmen „ziemlich“ zu.
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I Barbara Streisands Nase auf dem Prüfstand


Eine Körpersoziologin, eine Psychotherapeutin, die mit essgestörten Menschen arbeitet, und ein plastischer Chirurg diskutieren über die Fixierung auf den Körper und Schönheitsnormen.

Das Gespräch moderierte Regine Bogensberger

Der Körper als Dauerbaustelle? Der Spiegel als Feind? Warum so viele von uns mit ihrem Körper hadern, das Beste aus sich machen wollen und dennoch nicht wie alle anderen aussehen wollen. -> more

I Die große Kunst, sich selbst zu entwerfen

Neue Bücher zum Thema Ideal und Schönheitsoperationen: Scharfe Analyse einer Körpersoziologin und informativer Ratgeber eines plastischen Chirurgen.

Von Regine Bogensberger

„Der Wunsch nach Körperveränderung wird dergestalt einerseits konstruiert. Andererseits ist er Bestandteil des modernisierten Lebens. Denn er bringt das Streben des Menschen nach Schaffung des Selbst und nach den Grenzen seiner Möglichkeiten zum Ausdruck.“
Mit dieser Analyse zeigt die Grazer Soziologin Waltraud Posch die zwei Seiten einer Medaille um den Körperkult auf: den Zwang auf der einen Seite, aber auch die Freiheit und Möglichkeit, sich zu gestalten. Mit ihrem neu erschienenen Buch „Projekt Körper. Wie der Kult um die Schönheit unser Leben prägt“ trifft die junge Soziologin, Erziehungs- und Medienwissenschaftlerin mit Schwerpunkt Körpersoziologie den Nerv der Zeit. Denn der Körper des Menschen ist längst mit der Frage nach Grenzen von Machbarkeit, Veränderbarkeit, aber auch von Selbstverantwortung, das Beste aus sich zu machen, konfrontiert. Genau diesen Fragen und den Ambivalenzen rund um das Thema „Körper-Handeln“ geht Posch auf den Grund und zieht einen aufschlussreichen Bogen durch die Soziologie des Körpers.-> more

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