THE PAVILLON OF SERBIA

http://www.zorantodorovic.com/

http://katarinazdjelar.wordpress.com/

Zoran Todoroviæ – „Warmth“
Katarina Zdjelar – “But If You Take My Voice, What Will Be Left To Me?

Rapp-Zapp und ab dafür. Monatelang hat Zoran Todoroviæ in Friseursalons und Militärbaracken abgeschnittenes Menschenhaar gesammelt. Was die Friseure von den Köpfen ihrer Kunden geschnitten hatten, wurde rasch zusammengekehrt und im Zentrallager des Künstlers für die Weiterverarbeitung vorbereitet. Zwei Tonnen Haare kamen so zusammen. Den eingesammelten „Bio-Müll“ ließ Todoroviæ zu dicken Filzdecken verarbeiten – 450 Stück im Format 80 x 120 cm und 327 Stück im Format 160 x 120 cm. Pro Quadratmeter wurde das Haar von durchschnittlich 200 Personen benötigt. Im serbischen Pavillon präsentiert der Künstler die dunklen Decken nun auf Europaletten zu gleichförmig hohen Stapeln geschichtet wie in einem Warenlager. Die vielseitig einsetzbaren Filze können zum Preis von 200 Euro pro Quadratmeter erworben werden. Man kann sie ausstellen, im herkömmlichen Sinn als Decke benutzen oder sich auch daranmachen, die beteiligten „Materialspender“ anhand von DNA-Tests herauszufinden… Zwischen den Deckenstapeln stehen kleine Monitore, auf denen Filmaufnahmen der Haarschneide- und Sammelaktionen im Schnelldurchlauf zu sehen sind. In seiner künstlerischen Arbeit untersucht Zoran Todoroviæs Modelle bio-politischer Kontrolle und die Art, wie sich institutionalisierte Kontroll- und Bestrafungsmechanismen in den Körper einschreiben können. Auch das Haareschneiden ist – nicht nur beim Militär – eine Form der sozialen Normierung, die in einem geschlossenen System stattfindet.

Die Videoarbeiten von Katarina Zdjelar, der zweiten serbischen Biennale-Künstlerin, thematisieren ebenfalls das Spannungsverhältnis zwischen sozialen Strukturen und Normen und individueller Widerständigkeit. Ihr Ausgangspunkt ist die Sprache, die – im Falle von Immigranten oder Ausländern – nicht der allgemein geltenden Norm entspricht. Katarina Zdjelar (die selber als Immigrantin in Rotterdam lebt) untersucht den Spracherwerb als kodifizierte Methode kultureller Integration und als Selbstrealisierung in fremder Umgebung. So versucht sie in ihrer Arbeit „There Is No Is“, Menschen aus verschiedenen kulturellen und sprachlichen Zusammenhängen zur „korrekten“ Aussprache eines anderen Namens zu bewegen. In „Perfect Sound“ geht es um Versuche, den fremden Akzent auszumerzen. Aber auch das Gegenteil ist möglich: In „Everything Is Gonna Be“ und „A Girl, the Sun, and an Airplane Airplane“ versucht eine Gruppe, gerade solche Sprach-„Fähigkeiten“ zu verbessern, die gemeinhin als unerwünschter Ausdruck von Ineffektivität, Unsicherheit oder als nicht adäquat gelten.

KATARINA ZDJELAR (geb.1979 in Serbien, lebt in Rotterdam) But if you take my voice, what will be left to me, Videoinstallation
KATARINA ZDJELAR (geb.1979 in Serbien, lebt in Rotterdam) But if you take my voice, what will be left to me, Videoinstallation
KATARINA ZDJELAR (geb.1979 in Serbien, lebt in Rotterdam) But if you take my voice, what will be left to me, Videoinstallation
KATARINA ZDJELAR (geb.1979 in Serbien, lebt in Rotterdam) But if you take my voice, what will be left to me, Videoinstallation
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