NOT IN OUR NAME, MARKE HAMBURG!

In der Stadt Hamburg ist eine rege Diskussion über das allgemein grassierende Kunst/Künstler-Immobilienwertsteigerungs-Verhältnis ausgebrochen. Wie schon aus New York, London oder anderen großen Städten werden auch hier Künstler und deren Strukturen gezielt dazu eingesetzt, marode Vietel wieder aufzupeppen. Nach getaner Arbeit folgt die Wiederansiedelung von hoch- und höherpreisigen Wohnungen und Arbeitsplätzen -> d. h. der Grundstückspreis steigt wieder. Die Künstler werden wieder in ein anderes Viertel oder in einen andere Stadt mit ähnlichen Problemen vertrieben.

In Hamburg hat sich jetzt eine Gruppe von Kunst- und Kulturschaffenden gefunden, die offen gegen diese Zustände auftritt:

Manifest

NOT IN OUR NAME, MARKE HAMBURG!

Ein Gespenst geht um in Europa, seit der US-Ökonom Richard Florida vorgerechnet hat, dass nur die Städte prosperieren, in denen sich die „kreative Klasse“ wohlfühlt. „Cities without gays and rock bands are losing the economic development race“, schreibt Florida. Viele europäische Metropolen konkurrieren heute darum, zum Ansiedelungsgebiet für diese „kreative Klasse“ zu werden. Für Hamburg hat die Konkurrenz der Standorte mittlerweile dazu geführt, dass sich die städtische Politik immer mehr einer „Image City“ unterordnet. Es geht darum, ein bestimmtes Bild von Stadt in die Welt zu setzen: Das Bild von der „pulsierenden Metropole“, die „ein anregendes Umfeld und beste Chancen für Kulturschaffende aller Couleur“ bietet. Eine stadteigene Marketing-Agentur sorgt dafür, dass dieses Bild als „Marke Hamburg“ in die Medien eingespeist wird. Sie überschwemmt die Republik mit Broschüren, in denen aus Hamburg ein widerspruchfreies, sozial befriedetes Fantasialand mit Elbphilharmonie und Table-Dance, Blankenese und Schanze, Agenturleben und Künstlerszene wird. Harley-Days auf dem Kiez, Gay-Paraden in St. Georg, Off-Kunst-Spektakel in der Hafencity, Reeperbahn-Festival, Fanmeilen und Cruising Days: Kaum eine Woche vergeht ohne ein touristisches Megaevent, das „markenstärkende Funktion“ übernehmen soll.

Liebe Standortpolitiker: Wir weigern uns, über diese Stadt in Marketing-Kategorien zu sprechen. Wir sagen: Aua, es tut weh. Hört auf mit dem Scheiß. Wir lassen uns nicht für blöd verkaufen. Wir wollen weder dabei helfen, den Kiez als „bunten, frechen, vielseitigen Stadtteil“ zu „positionieren“, … ->> hier geht’s weiter

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