GESTIMMTE STIMME

aus : GEO Magazin Nr. 02/10

Evolution: Gestimmte Stimme

Was wir bei Melodien in Dur und Moll empfinden, hat nichts mit Musik zu tun. Sondern mit Sprache. Technisch gesehen, ist der Unterschied gering: Vier Halbtöne ab dem Grundton bilden ein Intervall in Dur, drei das Gegenstück in Moll.

Emotional ist der Gegensatz trotzdem sehr bedeutsam. Melodien in Dur klingen fröhlich, in Moll traurig. Aber warum eigentlich? Ein amerikanisches Wissenschaftlerteam an der Duke University in Durham, North Carolina, hat darauf eine überraschende Antwort gefunden. Offenbar enthält die Moll-Tonleiter Intervalle, wie sie auch von einem Redner verwendet werden, der einen traurigen Text mit angemessener Bewegung in seiner Stimme verliest.

Ein heiterer Text dagegen enthält viele Dur-Intervalle in der Satzmelodie. Außerdem ordnen sich in diesem Fall die verschiedenen Obertöne der Vokale in ihren Frequenzmustern so an, dass sie einem Dur-Akkord ähneln. Ein Zusammenhang, der offenbar kulturübergreifend gültig ist. Denn entsprechende emotionsabhängige Klangmuster finden sich auch in der chinesischen Sprache – obwohl die traditionelle chinesische Musik kaum nach Dur und Moll differenziert. Ihre sogenannte pentatonische -Ska-la hat nur fünf Stufen und erweckt – ähnlich wie eine Blues-Tonleiter – eine „gemischte“ Stimmung.

Es sind also eher sprachliche als musikalische Merkmale, die Dur und Moll eine emotionale Färbung verleihen. Ob dabei die Sprachevolution der Musik voranging oder umgekehrt, lässt sich aus den Studien nicht erkennen. Beide Kulturphänomene gehen wohl auf lautliche Gefühlsäußerungen zurück.

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Ein heiterer Text dagegen enthält viele Dur-Intervalle in der Satzmelodie. Außerdem ordnen sich in diesem Fall die verschiedenen Obertöne der Vokale in ihren Frequenzmustern so an, dass sie einem Dur-Akkord ähneln. Ein Zusammenhang, der offenbar kulturübergreifend gültig ist. Denn entsprechende emotionsabhängige Klangmuster finden sich auch in der chinesischen Sprache – obwohl die traditionelle chinesische Musik kaum nach Dur und Moll differenziert. Ihre sogenannte pentatonische -Ska-la hat nur fünf Stufen und erweckt – ähnlich wie eine Blues-Tonleiter – eine „gemischte“ Stimmung.

Es sind also eher sprachliche als musikalische Merkmale, die Dur und Moll eine emotionale Färbung verleihen. Ob dabei die Sprachevolution der Musik voranging oder umgekehrt, lässt sich aus den Studien nicht erkennen. Beide Kulturphänomene gehen wohl auf lautliche Gefühlsäußerungen zurück.



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//Emotional ist der Gegensatz trotzdem sehr bedeutsam. Melodien in Dur klingen fröhlich, in Moll traurig. Aber warum eigentlich? Ein amerikanisches Wissenschaftlerteam an der Duke University in Durham, North Carolina, hat darauf eine überraschende Antwort gefunden. Offenbar enthält die Moll-Tonleiter Intervalle, wie sie auch von einem Redner verwendet werden, der einen traurigen Text mit angemessener Bewegung in seiner Stimme verliest.

Ein heiterer Text dagegen enthält viele Dur-Intervalle in der Satzmelodie. Außerdem ordnen sich in diesem Fall die verschiedenen Obertöne der Vokale in ihren Frequenzmustern so an, dass sie einem Dur-Akkord ähneln. Ein Zusammenhang, der offenbar kulturübergreifend gültig ist. Denn entsprechende emotionsabhängige Klangmuster finden sich auch in der chinesischen Sprache – obwohl die traditionelle chinesische Musik kaum nach Dur und Moll differenziert. Ihre sogenannte pentatonische -Ska-la hat nur fünf Stufen und erweckt – ähnlich wie eine Blues-Tonleiter – eine „gemischte“ Stimmung.

Es sind also eher sprachliche als musikalische Merkmale, die Dur und Moll eine emotionale Färbung verleihen. Ob dabei die Sprachevolution der Musik voranging oder umgekehrt, lässt sich aus den Studien nicht erkennen. Beide Kulturphänomene gehen wohl auf lautliche Gefühlsäußerungen zurück.
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Ein Gedanke zu „GESTIMMTE STIMME

  1. Warum klingt Moll traurig?
    Das größte Problem bei der Beantwortung der Frage, warum Moll traurig klingt, dürfte wohl in der Tatsache liegen, dass Moll auch manchmal nicht traurig klingt. Die Lösung dieses Problems ist die Strebetendenz-Theorie. Sie sagt, dass Musik überhaupt keine Emotionen vermitteln kann, sondern nur Willensvorgänge, mit denen sich der Musikhörer identifiziert. Beim Vorgang der Identifikation werden die Willensvorgänge dann mit Emotionen gefärbt.
    Bei einem Durakkord in bestimmtem harmonischen Kontext identifiziert sich der Hörer beispielsweise mit einem Willensinhalt, der in etwa der Aussage „Ja, ich will“ entspricht. Ein Mollakkord – in bestimmtem Kontext gespielt – bewirkt dagegen die Identifikation mit einem Willensinhalt, der in etwa der Aussage „Ich will nicht mehr“ entspricht. So kann dieser Willensinhalt „Ich will nicht mehr“ beispielsweise als traurig oder als wütend erfahren werden, je nachdem, ob ein Mollakkord relativ laut oder leise gespielt wird. Wir unterscheiden hier genauso, wie wir unterscheiden würden, wenn jemand die die Worte „Ich will nicht mehr“ einmal leise und einmal laut schreiend von sich geben würde. Ähnliche Identifikationsvorgänge kann man übrigens beobachten, wenn wir einen spannenden Film anschauen und uns mit den Willensvorgängen unserer Lieblingsfigur identifizieren. Auch hier erzeugt erst der Vorgang der Identifikation Emotionen.
    Da der Umweg der Emotionen über Willensvorgänge in der Musik nicht erkannt wurde, scheiterten auch alle musikpsychologischen und neurologischen Versuche, die Ursache der Emotionen in der Musik zu ergründen. Der Erfolg dieser Versuche würde in etwa einem Menschen entsprechen, der einen Fernsehapparat aufschraubt und darin mit der Lupe nach den Emotionen sucht, die er zuvor beim Ansehen eines Films empfunden hatte.
    Doch wie kann Musik Willensvorgänge vermitteln? Diese Willensvorgänge haben etwas mit dem zu tun, was alte Musiktheoretiker mit Vorhalt, Leitton oder Strebetendenz bezeichnet haben. Wenn wir diese musikalische Erscheinungen gedanklich in ihr Gegenteil umkehren, dann haben wir in etwa den Willensinhalt umrissen, mit dem sich der Musikhörer identifiziert. In der Praxis wird dann alles noch etwas komplizierter, so dass sich auch konkretere Willensinhalte musikalisch darstellen lassen.
    Weitere Informationen erhalten Sie über den kostenlosen Download des E-Book der Universität München „Musik und Emotionen – Studien zur Strebetendenz-Theorie“:
    http://ebooks.ub.uni-muenchen.de/26791/
    Bernd Willimek

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