BERNHARD LANG

Bernhard Lang (* 24. Februar 1957 in Linz) ist ein österreichischer Komponist.

Bernhard Lang absolvierte ab 1975 in Graz sein Musikstudium, seit 2003 ist er Professor für Komposition an der Kunstuniversität Graz.

Bernhard Land
Bernhard Land

Seine musikalische Arbeit beschränkt sich nicht nur auf den Bereich der zeitgenössischen Musik, Lang suchte auch oft den Kontakt zu Jazz-Combos oder zur elektronischen Musik. Er ist auch als Arrangeur tätig. Seine Werke sind kaum in ein Genre einzuordnen, sie schließen Arbeiten für das Musiktheater, den Film oder Hörstücke in klassischen und auch exotischen Besetzungen ebenso ein wie Performances oder Klanginstallationen.

Beinahe zehn Jahre arbeitete Bernhard Lang mit seinem Werkzyklus „Differenz und Wiederholung“ an dem Erstellen einer umfassenden „Loop-Grammatik“.

„Letztendlich ist diese Beschäftigung mit der Wiederholung eigentlich bei mir eine dekonstruktivistische Methode, und so wie ich den Dekonstruktivismus lese, eine kritische Methode. Es ist eine Form der Kritik“, sagt Bernhard Lang.

Differenz/Wiederholung

Lange Zeit schien es, als sei das Arbeiten mit der Wiederholung in der Neuen Musik den Minimalisten vorbehalten. Außerhalb des Minimalismus galt eine Auseinandersetzung mit dem Thema der Wiederholung, insbesondere im Kontext Adorno’scher Ästhetik, als verpönt. Bernhard Lang hat sie ins Zentrum seiner Arbeit gestellt – inspiriert durch die Filme von Martin Arnold und durch die Lektüre von Gilles Deleuzes.

http://members.chello.at/bernhard.lang/

Bernhard Lang On Youtube

Ö1 Bericht zu Wien Modern

http://www.musicaustria.at/musicaustria/neue-musik/interview-mit-bernhard-lang

SN: Was war die Initialzündung, die zu der nun schon jahrelangen Auseinandersetzung mit dem Thema Differenz und Wiederholung geführt hat?

BL: Also es ist eigentlich ganz merkwürdig, dass ich viele Jahre hindurch eine gewisse Scheu hatte das Thema zu fokusieren und wirklich an den Kern der ganzen Sache heranzugehen. Das hängt auch damit zusammen, dass es in der Neuen Musik so etwas wie ein Wiederholungsverbot gab und dass der Minimalismus der 60er und 70er Jahre ab einem gewissen Punkt der Neuen Musikgeschichte ja geoutet wurde. Ich hatte so eine Wand vor mir, durch die ich nicht hindurch konnte, um wirklich jetzt einmal zur mechanischen Wiederholung hinzugehen, also zu einer radikalen Eingrenzung eines Themas auf Loops und auf Wiederholung. Es waren dann eigentlich vor allem die Filme von Martin Arnold, die mich dorthin gebracht haben, weil dort passiert ja wirklich kaum irgendetwas anderes als Wiederholung; dort passiert eigentlich eine Durchleuchtung des Materials mit Loops, mit Schleifen, die ganz interessante neue Aspekte des zu Grunde liegenden Materials aufzeigt.

SN: Welche Aspekte sind das?

BL: Es gibt bei Martin Arnold keine Effekte in der Hinsicht, es gibt keine Filter, es gibt keine Zeitlupen oder Verfremdungen, aber es gibt sehr wohl diese granularen Zeitdehnungen oder Zeitraffungen, die alle mehr oder weniger auf kleinen Loops basieren und die Filme von Martin Arnold haben mir eigentlich auch den Mut gegeben, das einmal in der Musik wirklich zu versuchen. Das war zu einem Zeitpunkt, als wir auch in der Improvisation eine Wende durchlebt haben, also weg von diesen linearen narrativen Improvisationen hin zu einmal wirklich rein Loop orientierten Improvisationen. Das ist natürlich einerseits eine sehr starke Eingrenzung, aber die war auch zu diesem Zeitpunkt sehr spannend. Damit hat sich quasi das Forschungsfeld erst einmal richtig geöffnet, an dem ich jetzt schon seit vielen Jahren arbeite und das mich immer noch interessiert.

Philosophen – auf die sich Lang bezieht:

http://de.wikipedia.org/wiki/Jacques_Derrida

http://de.wikipedia.org/wiki/Gilles_Deleuze

http://de.wikipedia.org/wiki/Julia_Kristeva

http://de.wikipedia.org/wiki/Jacques_Lacan

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