CAMP NOSW

Katrin Hornek, Camp NOSW, 2011

Camp NOSW
Radweg Donaulände / Donaubrücke, Klein-Pöchlarn
von Katrin Hornek

 

http://publicart.at/kalender/

http://www.katrinhornek.com

http://publicart.at/

Nach den Projekten von Herbert Golser und Max Bühlmann eröffnet Kunst im öffentlichen Raum Niederösterreich in Kooperation mit der Gemeinde Klein-Pöchlarn an der Donaulände eine weitere künstlerische Intervention. Am „Transitweg“ bei bzw. unter der Pöchlarner Donaubrücke entwickelte Katrin Hornek mit ihrer Arbeit Camp NOSW ein Migrations- und Herbergssymbol in Form eines rot-weiß-roten „Windsackzelts“. Reisebewegungen finden an diesem neuralgischen Punkt sowohl motorisiert auf der Bundesstraße B3, als auch auf dem Radweg entlang des Donauufers statt. An der Mastenspitze 360° drehbar montiert, zitiert Katrin Horneks Installation herkömmliche, im Straßenverkehr eingesetzte Windsäcke, ist formal aber einem Zelt nachempfunden und evoziert so Assoziationen mit Campsituationen verschiedenster Art, von Katastrophencamps, über Survivalcamps oder Campingurlaub, Sommer- und Festivalcamps bis hin zu Flüchtlings- und Auffanglagern.

Der aktuell allgegenwärtige Begriff der Migration, bekannter Weise kein neues Phänomen menschlicher Bevölkerungsentwicklung, ist in diesem Zusammenhang als Reisebewegung an sich zu verstehen. Angesprochen werden soll sowohl das Phänomen der zunehmend notwendigen Mobilität und Ortsflexibilität innerhalb beruflicher Karrieren und Überlebensstrategien quer durch alle Bildungsschichten, als auch die damit verbundenen Wanderbewegungen und dem einhergehenden kulturellen Austausch. Gleichzeitig steigt die Reisetätigkeit zu Freizeitzwecken vor allem bei Menschen mit höherem Einkommen. Ein Teil nutzt dazu ausgebaute Radwege wie jenen in Klein-Pöchlarn.

Egal ob motiviert durch geplante Freizeitgestaltungen in Form von Urlaub oder Ausflügen, oder aber für den einzelnen weit einschneidender, bedingt durch ökologisch, ökonomisch oder politisch bedingte Flucht, bedarf es auf jeder Reise auch einer schutzbietenden Unterkunft, einer Raststätte, um Kräfte für die Fortsetzung des Weges zu sammeln. Camp NOSW ruft ins Bewusstsein, dass dieses Bedürfnis für Menschen aus allen Himmelsrichtungen gleichermaßen gilt, sei ihr Ausgangspunkt oder Ziel nun Norden, Osten, Süden oder Westen.
Die Menschheit ist in Bewegung und das nicht erst seit gestern, daran erinnert Katrin Horneks Windsack, der sich ab sofort regelmäßig zu einem Viermannzelt formt, wann immer Wind in Klein-Pöchlarn ankommt und je nachdem wie lange er dort verweilt.

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